So hat alles begonnen

Das Wohnheim in Köln-Raderthal

Inmitten der wunderbaren ehemaligen englischen Siedlung in Köln-Raderthal, umgeben von den hohen Bäumen des inneren Grüngürtels, zwischen großen Zweifamilienhäusern und auf einem großen Grundstück scheint ein Wohnheim für Asylsuchende in Vergessenheit geraten zu sein. Und seine Bewohner auch? Diesen Eindruck kann man haben, wenn man durch die denkmalgeschützte Siedlung radelt: Als eine der ersten verkehrsberuhigten Siedlungen, von bekannten Kölner Architekten, im Kölner Süden für die englische Besatzung erbaut.

 

 

Das Haus beherbergte lange Zeit den englischen Sender. Das Äußere des Hauses zeigt sich bei genauem Hinschauen als Relikt der Bauhaus-Zeit, der Charme der strukturierten Planung bleibt versteckt hinter verfallenen Mauern, zerstörten Fenstern, demoliertem Eingang. Putz blättert ab, Sperrmüllberge verhindern den Blick auf die Gesamtplanung - ein Ort des Grauen, der bewohnbar sein soll?

 

Ja, das Haus wird bewohnt: von bis zu 40 Personen in 6 unterschiedlich großen Wohneinheiten.  Wohnungen? Diesen Namen haben diese Unterkünfte im Mai 2015 wahrhaftig nicht verdient. Menschen wohnen hier dennoch.  

 

Bei einem ersten eher zufälligen Besuch an einem Frühsommermorgen im Mai kommen viele Kinder aus dem Haus.  An einem Morgen während der Schulzeit, Kinder, die also nicht zur Schule gingen. Nach einigem Suchen nach Informationen stellte sich heraus, dass in dem Haus in der Hitzeler Straße zwei Großfamilien (mit je 8 und 10 Kindern) leben, zwei weitere Familien mit je zwei Kindern, ein Großelternpaar, die aus Bosnien stammen sowie eine syrische Familie. 

 

WiR möchten helfen und nimmt Kontakt auf

Schnell war klar: Zahlreiche Nachbarn rund um das Wohnheim möchten helfen, mit niederschwelliger Unterstützung beginnen und eine Willkommenskultur in Raderthal leben. Dann waren Fragen zu klären:

Wer ist zuständig? Wer koordiniert Hilfen? Wer öffnet uns die Tür zu den Bewohnern des Wohnheims? Zahlreiche Telefonate wurden geführt mit Verantwortlichen der Stadt Köln, des Kölner Stadt-Anzeigers, des Deutschen Roten Kreuzes, des Integrationsrats, des Amts für Wohnungswesen usw. 

Am 6.  Juni 2015 trafen sich Vertreter von WiR sich mit der Sozialarbeiterin und dem Wachdienst vor Ort und lernten erstmals die Bewohner des Hauses kennen. 

 

Seit dem ersten Kennenlernen sind viele Dinge angestoßen worden: WiR kümmert sich um Renovierung der Wohnräume, das Sammeln von Spenden, um die Kinder und ihre Integration in Schule, bzw. KiTa, WiR hilft bei Gängen zu diversen Behörden, plant gemeinsame Ausflüge, organisiert ein Willkommensfest für die Familien des Wohnheims uvm.

 

Eine kleine Bildergalerie, die regelmäßig erweitert wird, gibt es hier.